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Kategorie: Buchrezensionen

Rezensionen

Rezension „NOVA Nr. 31“

Rezension „NOVA Nr. 31“

Das Taschenbuch-Magazin NOVA gehört zu den langlebigsten Publikationen der deutschen Science-Fiction-Szene. In der Anthologie-Flut ist mir NOVA bislang positiv durch das hohe handwerkliche Niveau der Beiträge aufgefallen. Gleichfalls scheint NOVA im SF-Sektor das Magazin mit den größten literarischen Ambitionen zu sein: Die Geschichten sind oft komplex, behandeln schwere Themen und verlangen, sie aufmerksam zu lesen und in eigenen Gedankengängen darüber zu sinnieren. Der Auftakt „Die Retardierten“ von Maike Braun ist gleich einer der stärksten Beiträge. Die Geschichte handelt von Eva,…

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Rezension „Interspace One“ (Andreas Suchanek)

Rezension „Interspace One“ (Andreas Suchanek)

Bücher werden schneller gelesen, als geschrieben. Gehört man zur geneigten Leserschaft von Andreas Suchanek, kann man an dieser Wahrheit gelegentlich zweifeln – und sich fragen, wie es dem Autor gelingt, neben seinen (empfehlenswerten!) Reihen Das Erbe der Macht, Heliosphere und Flüsterwald zusätzlich immer wieder Einzelbände und abgeschlossene Trilogien zu ersinnen. Interspace One startet knackig. Commander Liam Mikaelsons Bewusstseinsengramm erwacht in seinem Klonkörper an Bord seines Erkundungsraumschiffes. Das ist auch schon alles, das wie geplant verlief: Er ist als Einziger erwacht,…

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Rezension „Blumen für Algernon“ (Daniel Keyes)

Rezension „Blumen für Algernon“ (Daniel Keyes)

Das größte Kompliment, das einem Roman gemacht werden kann, ist das erneute Lesen. „Blumen für Algernon“ ist dabei ein spezieller Fall, denn wie so viele SF-Klassiker habe ich dieses Werk als Teenager, irgendwann in der zweiten Hälfte der 1990er, kennengelernt. In den Jahren vor und kurz nach dem Millenium, als ein SuB keine Chance hatte, weil ich (gefühlt) pro Tag ein Buch las – und manche davon mehrfach – hat mich die Geschichte von Charlie Gordon und der Maus Algernon…

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Rezension „Titans Kinder“ (Aiki Mira)

Rezension „Titans Kinder“ (Aiki Mira)

In nicht allzu ferner Zukunft ist die Menschheit zumindest ein wenig in die planetarische Nachbarschaft vorgedrungen. Im Auftrag ihres Konzerns folgt das Trio Rain (Bioinformatikerin), Marlon (Astronaut) und Sunita (Ingenieurin) dem Notruf einer Forschungsstation auf dem Saturnmond Titan. Dort treffen sie auf die Biologin Verve, die quasi im Alleingang Forschungen betreibt. In einem der gigantischen Methanseen entdecken sie Lebensformen, die sich in rasanten Schüben verändern … Aiki Miras Debüt hebt sich in mehreren Punkten auffallend von der gängigen Genre-Literatur ab. …

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Rezension „Gothic Steam“ (Hrsg. Detlef Klewer)

Rezension „Gothic Steam“ (Hrsg. Detlef Klewer)

Dreadpunk. Wer bei diesem Begriff fragend eine Augenbraue hebt oder vor dem geistigen Auge eine Punkband mit verfilzten Haaren abrocken sieht, sei darüber aufgeklärt, dass es sich um eine Crossover-Gattung der phantastischen Literatur handelt. Der Titel der Sammlung – „Gothic Steam“ – verrät der geneigten Leserschaft schon eher, was sie erwartet: Viktorianische Schauergeschichten, die im Setting der dampfbetriebenen Alternativwelt-Science-Fiction a’la Jules Vernes umgesetzt wurden.  Herausgeber Detlef Klewer hat bei der Zusammenstellung ein gutes Händchen bewiesen. Die Sammlung ist als Gesamtkunstwerk…

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Rezension „Die Vollkommenen: Perfektes Design“ (Anna Lena Diel)

Rezension „Die Vollkommenen: Perfektes Design“ (Anna Lena Diel)

„(…) achten Sie mal darauf, wonach die Menschen fragen, wenn Sie zu uns in die Praxis kommen. Mir gegenüber hat jedenfalls noch niemand den Wunsch geäußert, dass sein Kind tiefsinnig, albern, neugierig oder gar genügsam sein soll.“ (S. 230) Deutschland, ca. in einigen Jahrzehnten. Genetic Editing ist so verbreitet wie heutzutage kosmetische Eingriffe – und genauso, wie „Schönheitsoperationen“ nicht für jeden erschwinglich sind, verhält es sich mit genetischen Eingriffen. Der junge Genetik-Ingenieur Veit gehört mit seinen 32 Edits zwar gerade…

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Rezension „Klima Korrektur Konzern“ (Uwe Post)

Rezension „Klima Korrektur Konzern“ (Uwe Post)

In naher Zukunft. IT-Nerd Phil verliert seinen Job und nimmt eher widerwillig eine Stelle als Admin bei einer Firma an, die mit modifizierten Algen die CO2-Bindung vorantreiben möchte. Nach und nach freundet er sich mit der Idee und dem unkonventionellen Team an – bis das Projekt sabotiert wird und Phil der Hauptverdächtige zu sein scheint … Rezension „Klima Korrektur Konzern“ ist einer jener seltenen Romane, die aus mehreren Gründen begeistern. Zunächst ist anzumerken, dass es handwerklich nichts zu beanstanden gibt….

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Rezension „Am Anfang war das Bild“

Rezension „Am Anfang war das Bild“

Die Keimzelle einer jeden Geschichte sind Gedanken, die sich als Bilder vor den geistigen Augen der Verfasser:innen manifestieren. Für die Sammlung „Am Anfang war das Bild“ nahm das Herausgeber-Trio, bestehend aus der Autorin Aiki Mira und den Grafikern Ulli Bendick und Mario Franke, den Autor:innen diese Genesis vorweg: In einer Ausschreibung wurden Geschichten zu den Werken von Bendick und Franke gesucht (Auswahl: Online-Ordner). Die gewählten Beiträge erhielten im Anschluss eine zusätzliche Illustration. Das Experiment ist geglückt: Mit „Am Anfang war…

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Rezension „EXODUS 43“

Rezension „EXODUS 43“

Nach druckbedingter Verzögerung ist die für den Oktober 2021 angekündigte 43. Ausgabe von EXODUS im November erschienen. Elf neue Kurzgeschichten, eine mehrseitige Galerie mit den Werken von Hubert Schweizer sowie Lyrik und Grafiken zu jeder Geschichte werden geboten. Die Highlights Aiki Mira: „Vorsicht synthetisches Leben“ – Zu seinem 40. Geburtstag bekommt Tom von seiner Frau ein Biosenti geschenkt. – Mit dem Auftakt gibt es gleich eine der besten SF-Kurzprosa-Beiträge des Jahres. Aiki Mira zeichnet in ihrer Geschichte mit detaillierter Betrachtung…

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Rezension „Überlebensprogramm: Science-Fiction-Erzählungen“

Rezension „Überlebensprogramm: Science-Fiction-Erzählungen“

Man kann auf die seltsamsten Wege neue Autoren entdecken. Auf Dieter Rieken bin ich nicht durch eine Empfehlung, Rezension oder Leseprobe gestoßen, sondern durch eine Reihe Buchbesprechungen, die er auf dem Portal „deutsche-science-fiction.de“ veröffentlichte. Diese beeindruckten mich nicht nur durch ihre treffenden Analysen, sondern auch durch einen strukturell und sprachlich bemerkenswert ausgereiften Stil. Sein Sammelband „Überlebensprogramm“ enthält fünf Science-Fiction-Erzählungen, von denen die längere Eröffnungsgeschichte „43 Meter“ an der Grenze zur Novelle kratzt. So unterschiedlich die Geschichten sind, so einen sie…

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