Rezension – „Teach em all“

Rezension – „Teach em all“

„Müsste ich heute mein sechzehnjähriges Ich unterrichten – ich wäre so was von gefickt!“ (S. 144)

Ein flüchtiger Blick auf das Cover genügt, um keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, dass die Autorin Lehrerin ist. Moment! Lehrerin? Die? Ja, die! Bei der ersten Erwähnung des Wortes „Lehrer“ kommt v. a. die C&A-Karohemd/Pastellblusen-Langweiler-Fraktion in den Sinn, bisweilen die offensichtlichen Ökos, aber selten tätowierte Schwermetaller. Das mag daran liegen, dass wir diesen Berufsstand mit Konventionen verbinden und die große Gemeinsamkeit von Metallern – neben der Vorliebe für die elektrische Sechssaitige und der Nicht-Farbe Schwarz – die ist, unkonventionell zu sein. Solche Menschen gehen Dinge anders an. So auch Caro Blofeld.

In 49 Kapiteln, die zumeist knackig zwischen drei und sechs Seiten umfassen, schildert sie Anekdoten aus ihrem Berufsalltag. Schüler, Kollegen, Konferenzen, Klassenfahrten oder die mal mehr, mal weniger sinnvollen Ideen von oben – alles bekommt die spitze Feder der Autorin zu spüren. Dabei wird durchaus Kritik geübt, der Zeigefinger jedoch selten erhoben. Wenn, dann geht der kleine Finger gleich mit. Die Aussage ist klar: Nicht nur motzen, sondern vielleicht nicht immer perfekt, aber besser machen wollen.

Was die Autorin so sympathisch macht, ist nicht nur der gute Musikgeschmack, sondern die Hingabe zum Lehrerin-sein, die trotz aller abgefeuerten Spitzen im gesamten Werk durchscheint. Für Caro Blofeld ist Lehrerin kein Beruf, sondern Berufung. Das hat sie, wie sie offen zugibt, anfänglich wohl selbst nicht erwartet, aber es ist so gekommen. „Die schlechtesten Schüler werden die besten Lehrer“ – vielleicht ist an dieser abgedroschenen Weisheit etwas dran.

Wie am Eingangs-Zitat der Rezension aufgefallen sein dürfte, bedient sich Caro Blofeld einer direkten Wortwahl. Sprachliche Finessen werden dennoch nicht vernachlässigt und die einzelnen Kapitel sind gekonnt auf einen humoristischen Höhepunkt aufgebaut. (Mal ehrlich: Es wäre aber auch ein Armutszeugnis von einer Deutsch-Lehrerin, wenn dem nicht so wäre).  

Fazit

Humorvolle Einblicke in das Alltagsleben einer nicht ganz alltäglichen Lehrerin. Kurzweilig, bissig, hintersinnig und mit viel Augenzwinkern erzählt. Lesenswert.

Klappentext

Wie eine Lehrerin mit Heavy Metal mehr Schwung in den Schulalltag bringt

Lehrerin Caro Blofeld, bekennender Heavy-Metal-Fan, großflächig tätowiert und generell in Schwarz gekleidet, fällt mit ihrer unverblümten, nicht immer pädagogisch korrekten Art aus dem üblichen Rahmen. Von ihren Schülern wird sie geschätzt – und erreicht bei ihnen oft mehr als andere.

In ihrem zeigt sie, wie man auf unkonventionelle Art und Weise Schüler begeistern und Dinge verändern kann. Mal lustig, mal explizit kritisch und provokant, immer ehrlich und mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie erzählt sie von ihrem ständig überraschenden, manchmal bizarren, auf jeden Fall niemals langweiligen Berufsalltag.    

Buchdaten

Erschienen bei Edel Books

ISBN: 978-3-8419-0722-6

Broschiert, 223 Seiten

Preis: 16,95 €

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