Rezension – „Zwischen Eisblumen und Immergrün“

Mit ihrer High Fantasy Trilogie „Thalél Malis“ hat mich Nancy Pfeil komplett überrascht. Ging ich anfänglich davon aus, lediglich eine „nette Romantasy“ zu bekommen, entpuppte sich die mystische Saga mit zu dem Besten, dass ich jemals aus dem Fantasybereich gelesen habe.

Nach dem gelungenen Abschluss erschien nun vor wenigen Wochen mit „Zwischen Eisblumen und Immergrün“ ein Nachschlag. Angesiedelt in der Welt der Saga, ist es jedoch kein Fantasyroman geworden – sondern ein Märchen.

– Zitat –

„Es ist wunderschön!“, hauchte das Mädchen ergriffen und zeichnete mit dem Zeigefinger den Fisch aus klarem Eis nach, welcher von Sonnenstrahlen durchflutet wurde. „Aber es ist alles so … still.“
Fearan lächelte. „Das ist der Winter. So leise, dass du deine eigene Stimme wieder vernehmen kannst. Er verhüllt den Überfluss. Auf diese Weise lernen die Menschen zu schätzen, was sie besitzen.“
(S. 26)

– Kappentext –

„Es ist unmöglich, den roten Faden zu durchtrennen, welchen das Schicksal durch unser Leben spannt. Aber wann immer es uns gelingt, ihn zwischen den Fingern zu halten, liegt es an uns, zu entscheiden, was wir aus ihm weben.“

Auf ihrer Flucht vor den Geistern des Winters verstecken sich Dalýa und Nevida, der Hüter der Finsternis, in den Wäldern von Arkley. Dort, im Verborgenen, ziehen sie Danica, die Tochter der jordanesischen Königin, auf. Unbeschwert wächst das kleine Mädchen fernab ihrer Heimat und Bestimmung heran. Doch immer dann, wenn der Winter naht und Danica die Hütte ihrer Zieheltern nicht mehr verlassen darf, nagen Schwermut und Sehnsucht an ihrem Herzen – bis sie auf Fearan trifft. Jeden Winter kehrt der sonderbare Junge zu ihr zurück, um mit ihr durch die schneebedeckten Wälder zu streifen, und jedes Mal verschwindet er spurlos am ersten Tag des Frühlings. Als Danica das Kindesalter überschreitet, bittet Fearan sie ein letztes Mal, ihn in sein Reich zu begleiten. Die junge Frau lehnt ab und Fearans Maske fällt. Er stiehlt Nevidas Amulett, das Siegel, hinter welchem die Finsternis gefangen ist. Will Danica verhindern, dass Fearan das Siegel bricht und die Menschenwelt in Dunkelheit versinkt, muss sie ihm in sein geheimnisumwobenes Reich folgen. Gemeinsam mit einem kauzigen Waldfaye namens Wörn und dem vermeintlichen Herumtreiber Vynz begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise …

– Meine Meinung –

Um es vorwegzunehmen: Egal was diese Frau künftig zwischen zwei Buchdeckeln veröffentlichen lässt – es wandert in meinen Bücherschrank. Nancy Pfeil ist eine fantastische Erzählerin, die es nicht nur versteht, spannende Geschichten in elegante Sätze zu kleiden, sondern auch mit Tiefe und unaufdringlichen, aber starken Botschaften anzureichern. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern subtil. Vielleicht ist ihr gerade letzterer Aspekt in „Zwischen Eisblumen und Immergrün“ noch besser gelungen, als in ihrer Saga.

Natürlich begeistert das Märchen zunächst durch eine zauberhafte Geschichte. Die Darstellung der vier Jahreszeiten, ihrer Reiche und die Verbindung zu der Welt der Menschen, sprüht geradezu vor Kreativität. Neben den Hauptfiguren Danica und Vynz ist mir vor allem der Waldfaye Wörn ans Herz gewachsen. Der kleine, kauzige Begleiter sorgt nicht nur für die lustigsten, sondern auch für die emotionalsten Momente der Geschichte.

Nicht unerwähnt dürfen die zahlreichen Illustrationen von Sandra Vorholzer bleiben. Die edlen Schwarzweiß-Zeichnungen beeindrucken nicht nur durch das handwerkliche Können der Künstlerin, sondern geben der Geschichte eine zauberhafte Atmosphäre. So elegant Nancy Pfeil ihre Geschichte erzählt, so geschmackvoll hat Sandra Vorholzer sie in Bildern festgehalten.

Auch ansonsten ist „Zwischen Eisblumen und Immergrün“ ein Edelstein von einem Buch. Von dem zauberhaften Cover, das die ganze Geschichte in einem stilvollen Bild perfekt einfängt, den erwähnten Illustrationen bis hin zu dem gelungenen Buchsatz stimmt einfach alles.

Man merkt es dieser Rezension an – mit etwas anderem, als Superlativen und Begeisterung kann ich dieses Buch nicht beschreiben. „Zwischen Eisblumen und Immergrün“ ist einfach ein wundervolles Stück Literatur, das ich Träumern jeden Alters uneingeschränkt empfehle.

– Buchdaten –

erschienen im Tagträumer Verlag
141 Seiten
Hardcover, 16,90 €

Das Buch ist eine verlagsexklusive Erscheinung, d. h. ausschließlich über den Verlag zu beziehen: 
https://tagtraeumer-verlag.de/…/zwischen-eisblumen-und-im…/…

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